Ein Bericht in der Sendung „Monitor“ am Donnerstag, den 14.08.2008, 21.45 – 22.15 Uhr über die Grundschullehrerin Sabine Czerny, die zwangsversetzt wurde, weil ihre Unterrichtsmethoden zu einem überdurchschnittlichen Abschneiden ihrer SchülerInnen geführt hat.
Wer die Sendung nicht gesehen hat, kann das hier nachholen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den Beitrag über Frau Czerny nachzulesen.
Im Forum und im Blog des Magazins „Monitor“ finden Sie Kommentare der Fernsehzuschauer zur Sendung. Dort können Sie auch weiterhin noch Ihre Meinung zum Thema sagen.
Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie auf meinem Weblog
nicht massgefertigt – Förderung hochbegabter Kinder in folgenden Beiträgen nachlesen:
Engagierte Lehrer unerwünscht?
Engagierte Lehrerin versetzt, weil sie den Schulfrieden stört
Weitere Berichte und Medienbeiträge zum Fall Sabine Czerny:
Nicht zu viele Einser, bitte – süddeutsche.de
Bitte nicht für Schüler engagieren – taz.de
Störerin des Schulfriedens – taz.de
Interview mit Frau Czerny - hr-online
Rückhalt für notenkritische Lehrerin – taz.de
Die Angst vor guten Noten – FR-online
Beiträge aus anderen Blogs:
Schüler lernten erstmals selbständig und mit Spaß – Schulkritik.de
Wenn Lehrer zu gut sind – Gipfel der Absurdität – Speybridge
Bloß nicht zu viele Einser, bitte! – Landeselternausschuss Berlin
Bronski – Das FR-Blog
Motiviert und erfolgreich – passt nicht ins System – Literatenmelu
Der Fall Czerny und die schulische Notengebung – shift
Zu gut für diese (Schul)Welt? – LOA Blog (Lernen ohne Angst e.V.)
Sabine Czerny und die Folgen – Bayerischer Elternverband e.V.
Zitat des Bayerischen Philologenverbands,
gefunden auf der Webseite des bpv unter der Rubrik „Über uns“ :
„Lehrer müssen Beamte bleiben, um unabhängig die Aufgaben einer modernen Leistungsverwaltung zu erfüllen (Noten zu geben ist ein Hoheitsakt, mit dem Lebenschancen zugeteilt werden; was, wenn nicht das, wäre sonst ein „Hoheitsakt“?)“
„Verteidigung fachlich und pädagogisch qualifizierter Arbeitsplätze der Philologen zur Erfüllung von Schüler- und Elternerwartungen.“
Ich habe nicht den Eindruck, dass es im Fall Czerny bisher auch nur ein einziges Mal um Erwartungen von SchülerInnen und deren Eltern geht – ganz im Gegenteil.
Passend dazu fand ich heute (26.08.2008) den Artikel in Focus Schule:
Individuelle Förderung – Wie spornt man Lehrer zur Leistung an?
Darin heißt es unter anderem:
In der Tat hängen die Lernerfolge von Schülern maßgeblich von der Unterrichtsqualität und damit von den individuellen Fähigkeiten des Lehrers ab.
Warum werden dann aber erfolgreiche Lehrkräfte wie Frau Czerny derart wegen ihrer Lehrerfolge kritisiert und am Ende zwangsversetzt?
„Manche Lehrer erzielen durchgängig bessere Schülerleistungen als andere“, bestätigte der OECD Wirtschaftsbericht 2008.
Aha. Das kommt also öfter vor.
Müssen diese Lehrer dann alle ihre Schule verlassen, weil sie zu gut sind?
Während hoch qualifizierte Lehrer ihren Schülern in einem Schuljahr das Wissen von eineinhalb Klassenstufen vermittelten, blieben schlechtere schon bei der Hälfte des vorgesehenen Stoffes stecken.
Achso. Und ich dachte, hoch qualifizierte Lehrer gäben ihren SchülerInnen einfach nur bessere Noten. Hm…
In Bayern setzt man auf Leistungsanreize und reformiert das Beamtenrecht. Vor allem an Grund-, Haupt- und Realschulen werden neue Beförderungsstufen eingerichtet und damit Motivationsanreize für leistungsstarke Lehrkräfte geschaffen. Davon erhofft man sich die Möglichkeit , „einerseits Spitzenleistungen zu honorieren und andererseits dauerhaft ungenügende Leistungen zu sanktionieren.
Und die Motivationsanreize liegen demnach in einer Zwangsversetzung, so wie im Falle Sabine Czerny.
In elf Ländern werden Lehrer für herausragende Unterrichtsleistungen extra bezahlt.
Bayern gehört wohl nicht zu den elf Ländern.
Denn dort werden Lehrer zur Belohnung für herausragende Unterrichtsleistungen ausgebremst und versetzt.
Langsam beginne ich, unser Bildungssystem zu verstehen.










1 comment
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August 27, 2008 um 1:29
Literatenmelu » Motiviert und erfolgreich - passt nicht ins System
[...] Abgestrafte Lehrerin – zu gut für dieses Schulsystem [...]